MES Production Software: Funktionen, Vergleich und Auswahlkriterien

Écrit par Ravinder Singh

Nov. 5, 2026

lire

TEEPTRAKMES Production Software:Funktionen, Vergleich undAuswahlkriterienMES production software erklärt: Funktionen nach VDI 5600, Abgrenzungzu ERP, Arten von MES-Lösungen, Auswahlkriterien und Einführung inOEE

MES production software (Manufacturing Execution System) ist die Software zwischen ERP und Maschinen, die Fertigungsaufträge in der Werkhalle steuert, Maschinen-, Material- und Qualitätsdaten in Echtzeit erfasst und an Planung und Management zurückmeldet. Sie beantwortet die Frage, was in der Produktion gerade tatsächlich passiert, und nicht nur, was geplant war.

Dieser Leitfaden erklärt, was ein MES leistet und wie es funktioniert, grenzt es von ERP, APS und SCADA ab, vergleicht die gängigen Arten von MES-Lösungen und liefert Auswahlkriterien, ein Rechenbeispiel für den Nutzen sowie eine Checkliste für die Einführung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein MES verbindet ERP und Maschinen auf Ebene 3 nach ISA-95.
  • VDI 5600 beschreibt die Aufgaben, kaum ein Werk braucht alle gleichzeitig.
  • Der Lösungstyp entscheidet stärker über Aufwand und Nutzen als der Hersteller.
  • Nutzen in Minuten und Teilen rechnen und auf einer Pilotlinie belegen.
  • OEE und Stillstandserfassung sind oft der schnellste Einstieg.

Was macht ein MES und wie funktioniert es

Ein Manufacturing Execution System ist ein Fertigungsmanagementsystem auf Ebene 3 des Ebenenmodells nach ISA-95 (IEC 62264): oberhalb der Steuerungen und Leitsysteme, unterhalb des ERP. Es übersetzt Aufträge aus dem ERP in konkrete Arbeitsschritte an Maschinen und Arbeitsplätzen und meldet Mengen, Zeiten, Stillstände und Qualitätsergebnisse zurück.

Der Informationsfluss läuft in vier Schritten:

  1. Auftrag übernehmen: Das ERP übergibt Fertigungsauftrag, Stückliste und Termin.
  2. Feinplanen und freigeben: Das MES ordnet den Auftrag einer Maschine und einer Schicht zu und stellt Arbeitsanweisungen bereit.
  3. Ausführung erfassen: Maschinensignale, Bedienereingaben und Prüfergebnisse werden in Echtzeit aufgezeichnet.
  4. Zurückmelden und auswerten: Gutmengen, Ausschuss, Verbräuche und Kennzahlen wie OEE gehen an ERP und Management.

Die Richtlinie VDI 5600 beschreibt die Aufgaben eines MES. Dazu gehören Auftragsmanagement, Feinplanung und Feinsteuerung, Betriebsmittelmanagement, Materialmanagement, Personalmanagement, Datenerfassung, Leistungsanalyse, Qualitätsmanagement, Informationsmanagement und Energiemanagement. Kaum ein Werk braucht alle Aufgaben gleichzeitig, und genau daraus ergibt sich die wichtigste Auswahlfrage.

Leistungsanalyse bedeutet in der Praxis vor allem die Gesamtanlageneffektivität. Die OEE ist das Produkt aus Verfügbarkeit, Leistung und Qualität einer Anlage und in ISO 22400 als Kennzahl der Fertigungssteuerung beschrieben. Wie OEE, Taktzeit und Engpass zusammenhängen, erläutert der Beitrag zu Taktzeit und OEE.

BDE und MDE als Datenbasis

Betriebsdatenerfassung (BDE) ist die Erfassung von Auftrags-, Personal- und Mengendaten, meist über Eingaben der Bediener an Terminals. Maschinendatenerfassung (MDE) ist die automatische Erfassung von Zuständen, Taktsignalen und Stückzahlen direkt an der Anlage, über Sensoren, digitale Eingänge oder Schnittstellen wie OPC UA. Ein MES wertet beide Quellen gemeinsam aus: die MDE liefert den objektiven Zeitpunkt und die Dauer eines Stillstands, die BDE ergänzt den Grund, den nur der Bediener kennt. Fehlt eine der beiden Quellen, entstehen entweder Zeiten ohne Ursache oder Ursachen ohne verlässliche Zeiten.

So arbeitet ein MES1Auftrag aus ERPübernehmen2Feinplanen und freigeben3Ausführung in Echtzeiterfassen4Zurückmelden undauswerten

MES, ERP, APS und SCADA im Vergleich

Die häufigste Verwechslung betrifft MES und ERP. Ein ERP plant in Tagen und Wochen auf Ebene des Unternehmens, ein MES steuert in Minuten und Sekunden auf Ebene der Maschine. Für die Produktionsplanung eignet sich daher meist eine Kombination: Grobplanung und Materialbedarf im ERP, Feinplanung in einem APS-Modul oder im MES, Ausführung und Rückmeldung im MES.

System ISA-95-Ebene Zeithorizont Hauptaufgabe
ERP Ebene 4 Tage bis Monate Aufträge, Einkauf, Bestände, Finanzen
APS Ebene 4 bis 3 Stunden bis Wochen Kapazitätsplanung, Reihenfolgeoptimierung
MES Ebene 3 Minuten bis Schichten Auftragsausführung, Datenerfassung, Qualität, Rückverfolgbarkeit
SCADA und Leitsysteme Ebene 2 Sekunden Prozessvisualisierung, Steuerung der Anlage
SPS und Sensorik Ebene 1 und 0 Millisekunden Maschinensteuerung, Signale

Ein MES ersetzt also weder das ERP noch die Steuerung. Es schließt die Lücke dazwischen, in der heute oft Papier, Tabellen und mündliche Übergaben stehen.

Arten von MES-Lösungen: Beispiele und Einsatzbereiche

Statt einzelner Anbieter lohnt der Vergleich der Lösungstypen, denn die Bauart entscheidet über Einführungsdauer, Aufwand und Nutzen stärker als der Hersteller.

Lösungstyp Typischer Umfang Stärken Grenzen
Integriertes Komplett-MES Alle Aufgaben nach VDI 5600 in einer Plattform Durchgängige Datenbasis, Rückverfolgbarkeit Lange Einführung, hoher Anpassungsaufwand
MES-Modul des ERP-Herstellers Rückmeldung, Auftragsstatus, einfache Feinplanung Enge ERP-Anbindung Wenig Tiefe bei Maschinendaten und Stillstandsanalyse
Branchen-MES Chargendokumentation, Rezepturen, regulatorische Anforderungen Passt zu Pharma, Lebensmittel, Prozessindustrie Für diskrete Fertigung oft überdimensioniert
Modulare Shopfloor-Lösungen OEE, Stillstände, Qualitätsprüfungen, Taktzeiten, Prozessparameter Schneller Start auf einer Linie, messbarer Nutzen in Wochen Keine vollständige Auftragssteuerung, Anbindung an ERP nötig

Ein Beispiel für den modularen Weg ist das Angebot von TEEPTRAK: PerfTrak erfasst OEE und Stillstände in Echtzeit, QualTrak digitalisiert Qualitätsprüfungen, PaceTrak misst Taktzeiten an manuellen Arbeitsplätzen, ProcessTrak überwacht Prozessparameter und MoniTrak zeigt die Ergebnisse auf Bildschirmen in der Halle. Diese Bausteine decken die MES-Aufgaben Datenerfassung, Leistungsanalyse und Qualitätsmanagement ab, ohne die Auftragssteuerung des ERP zu ersetzen.

Wann eine modulare Lösung genügt

Ein Komplett-MES ist sinnvoll, wenn lückenlose Rückverfolgbarkeit regulatorisch vorgeschrieben ist oder Aufträge über viele Arbeitsschritte mit wechselnden Ressourcen gesteuert werden müssen. Eine modulare Lösung genügt, wenn die Aufträge bereits im ERP gut gesteuert werden, der größte Verlust aber in ungeklärten Stillständen, langen Rüstzeiten oder Qualitätsabweichungen liegt. In diesem Fall entsteht der Nutzen durch Transparenz an der Linie und nicht durch zusätzliche Planungsfunktionen. Viele Werke beginnen deshalb mit OEE und Stillstandserfassung und erweitern später um Qualitätsprüfungen und Prozessparameter.

Welche Kriterien bei reinen OEE-Lösungen zählen, fasst der Vergleich von OEE-Software zusammen.

Auswahlkriterien und Einführung in sechs Schritten

Die Auswahl einer MES-Software beginnt nicht mit dem Funktionskatalog, sondern mit der Frage, welcher Verlust in der Produktion heute am meisten kostet und welche Daten dafür fehlen.

Kriterium Prüffrage
Maschinenanbindung Werden alte und neue Anlagen angebunden, auch ohne Eingriff in die Steuerung, und wird OPC UA unterstützt?
Stillstandserfassung Werden Kurzstillstände automatisch erkannt und können Bediener Ursachen an der Linie zuordnen?
Kennzahlen Wird die OEE nach ISO 22400 berechnet, mit gleicher Definition für alle Linien?
ERP-Schnittstelle Gibt es Standardschnittstellen für Aufträge und Rückmeldungen?
Bedienbarkeit Können Bediener ohne lange Schulung Eingaben machen?
Einführungsdauer Ist ein erster Nutzen auf einer Linie in Wochen statt Monaten erreichbar?
Skalierung Lässt sich die Lösung von einer Linie auf mehrere Werke ausrollen?

Bewährt hat sich folgende Reihenfolge:

  1. Ziel festlegen: zum Beispiel Stillstände senken, Rückverfolgbarkeit sichern oder Papierprüfungen ersetzen.
  2. Ist-Prozess aufnehmen: Welche Daten werden heute wo und wie erfasst?
  3. Lastenheft schreiben: Muss-Anforderungen streng von Wunschfunktionen trennen.
  4. Pilotlinie wählen: eine Linie mit sichtbarem Problem und engagiertem Schichtleiter.
  5. Nutzen messen: Nullmessung vor dem Start, Vergleich nach einigen Wochen.
  6. Ausrollen: erst nach belegtem Nutzen weitere Linien und Funktionen ergänzen.

Rechenbeispiel: Nutzen einer MES-Datenerfassung abschätzen

Angenommen, eine Linie hat eine Planbelegungszeit von 480 Minuten pro Schicht und eine ideale Taktzeit von 0,5 Minuten. Die manuelle Erfassung weist 40 Minuten Stillstand aus. Nach Einführung einer automatischen Erfassung zeigt sich, dass zusätzlich 20 Minuten Kurzstillstände pro Schicht anfallen, die nie notiert wurden.

  • Laufzeit: 480 minus 60 Minuten Stillstand = 420 Minuten, Verfügbarkeit 420 / 480 = 0,875.
  • Leistung: 756 von 840 möglichen Teilen, also 756 / 840 = 0,90.
  • Qualität: 718 Gutteile von 756, also 718 / 756 = 0,95.
  • OEE: 0,875 × 0,90 × 0,95 = 0,75.

Werden die neu sichtbaren Kurzstillstände durch Abstellmaßnahmen halbiert, gewinnt die Linie 10 Minuten Laufzeit pro Schicht. Bei gleicher Leistung und Qualität sind das rund 17 zusätzliche Gutteile pro Schicht, im Dreischichtbetrieb an fünf Tagen etwa 255 Teile pro Woche, ohne zusätzliche Maschine. Diese Rechnung in Minuten und Teilen ist die belastbarste Grundlage für die Investitionsentscheidung, weil sie sich nach dem Pilot direkt überprüfen lässt.

Methoden zur systematischen Auswertung der Stillstände beschreibt der Beitrag zur Stillstandsanalyse an Maschinen. Die Referenz für Weltklasse bleibt die von Seiichi Nakajima im Rahmen der TPM bekannt gemachte OEE von 0,85, aus Verfügbarkeit 0,90, Leistung 0,95 und Qualität 0,999.

Pilotlinie vor der Verbesserung0,875Verfügbarkeit0,90Leistung0,95Qualität0,75OEE
Stillstand pro SchichtManuell erfasst40 minKurzstillstände neu sichtbar20 minStillstand gesamt60 min

Typische Fehler und Checkliste vor der Entscheidung

Häufige Fehler bei MES-Projekten:

  • Funktionsumfang vor Nutzen: ein großes Lastenheft ohne klaren ersten Anwendungsfall verlängert die Einführung um Monate.
  • Bediener nicht eingebunden: wenn Ursachen für Stillstände nicht an der Linie zugeordnet werden, bleibt die Analyse leer.
  • Keine Nullmessung: ohne Ausgangswert lässt sich der Erfolg des Projekts nicht belegen.
  • Uneinheitliche Definitionen: unterschiedliche Behandlung von Pausen und Wartung macht Linienvergleiche wertlos.
  • Daten ohne Routine: Kennzahlen, die niemand in der Schichtbesprechung nutzt, verbessern nichts.

Checkliste vor der Entscheidung:

  • wichtigster Verlust und Zielkennzahl schriftlich festgelegt;
  • Pilotlinie und verantwortliche Person benannt;
  • Liste der anzubindenden Maschinen mit Steuerungstyp;
  • einheitliche Stillstandsgründe für alle Schichten;
  • Schnittstellenbedarf zum ERP geklärt;
  • Nullmessung der OEE vor dem Start;
  • Routine für die tägliche Schichtbesprechung mit den neuen Daten.

TEEPTRAK misst OEE, Stillstände und Qualität in mehr als 700 Fabriken in mehr als 30 Ländern. Der Einstieg erfolgt über einen begleiteten Pilot von 90 Tagen auf einer Linie: Demo anfordern.

Häufige Fragen

Was macht ein MES?

Ein MES steuert Fertigungsaufträge in der Werkhalle, erfasst Maschinen-, Material- und Qualitätsdaten in Echtzeit und meldet Mengen, Zeiten und Kennzahlen an das ERP zurück. Es verbindet damit Planung und tatsächliche Ausführung.

Wie funktioniert MES?

Das MES übernimmt Aufträge aus dem ERP, plant sie fein auf Maschinen und Schichten, erfasst die Ausführung über Maschinensignale und Bedienereingaben und meldet die Ergebnisse zurück. Es arbeitet auf Ebene 3 des ISA-95-Modells.

Welche Software eignet sich für die Produktionsplanung?

Die Grobplanung und Materialbedarfsplanung erfolgen meist im ERP, die Feinplanung in einem APS-Modul oder im MES. Die Ausführung und Rückmeldung in Echtzeit übernimmt das MES.

Welche Beispiele gibt es für MES-Systeme?

Typische Formen sind integrierte Komplett-MES, MES-Module von ERP-Herstellern, Branchen-MES für Pharma oder Lebensmittel und modulare Shopfloor-Lösungen für OEE, Stillstände und Qualität.

Welche Anbieter von MES-Systemen gibt es?

Der Markt umfasst Komplettanbieter, ERP-Hersteller mit MES-Modulen, Branchenspezialisten und Anbieter modularer Shopfloor-Lösungen wie TEEPTRAK. Entscheidend ist, welcher Lösungstyp zum wichtigsten Verlust und zur vorhandenen IT passt.

Ist ein MES dasselbe wie ein ERP?

Nein. Das ERP plant auf Unternehmensebene in Tagen und Wochen, das MES steuert und erfasst die Ausführung an der Maschine in Minuten und Sekunden.

Weiterlesen

TEEPTRAK: mes production software

Demo anfordern

Recevez les dernières mises à jour

Pour rester informé(e) des dernières actualités de TEEPTRAK et de l’Industrie 4.0, suivez-nous sur LinkedIn et YouTube. Vous pouvez également vous abonner à notre newsletter pour recevoir notre récapitulatif mensuel !

Proven optimization. Measurable impact.

Discover how leading manufacturers have improved their OEE, reduced downtime, and achieved real performance gains with proven, results-driven solutions.

Vous pourriez aussi aimer…

0 Kommentare